Einleitung
Snooker ist ein Sport, bei dem Millimeter über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Eine ruhige Hand allein reicht nicht aus. Die besten Spieler benötigen taktisches Verständnis, außergewöhnliche Konzentration, präzise Technik und vor allem die Fähigkeit, auch unter enormem Druck klare Entscheidungen zu treffen. Deshalb ist die Frage nach den 10 besten Snookerspielern aller Zeiten weit mehr als ein einfacher Vergleich von gewonnenen Pokalen.
Über verschiedene Generationen hinweg haben zahlreiche Spieler den Sport geprägt. Manche dominierten eine ganze Epoche, andere veränderten mit ihrer offensiven Spielweise die Art, wie Snooker gespielt wird. Wieder andere blieben über Jahrzehnte konkurrenzfähig und bewiesen damit eine außergewöhnliche Konstanz.
Eine offizielle Rangliste der besten Snookerspieler aller Zeiten gibt es nicht. Die folgende Auswahl berücksichtigt vor allem Weltmeistertitel, große Turniersiege, langfristige Leistungen, spielerische Qualität und den Einfluss eines Spielers auf den Sport. Ronnie O’Sullivan und Stephen Hendry stehen dabei besonders häufig im Mittelpunkt der Diskussion um den größten Spieler der Geschichte.
| Spieler | Geburtsjahr | Alter / Lebensdaten | Land | Profi seit | WM-Titel | Größter Erfolg | Spielstil | Bekannt für |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Ronnie O’Sullivan | 1975 | 50 Jahre | England | 1992 | 7 | Siebenfacher Weltmeister | Schnell, offensiv, kreativ | Rekorde, Maximum Breaks, außergewöhnliches Talent |
| Stephen Hendry | 1969 | 57 Jahre | Schottland | 1985 | 7 | Siebenfacher Weltmeister | Offensiv, kompromisslos | Dominanz der 1990er-Jahre |
| Steve Davis | 1957 | 69 Jahre | England | 1978 | 6 | Sechsfacher Weltmeister | Präzise, taktisch | Dominanz der 1980er-Jahre |
| Ray Reardon | 1932 | 1932–2024 | Wales | 1967 | 6 | Sechsfacher Weltmeister | Geduldig, taktisch | Einer der größten Spieler der 1970er-Jahre |
| John Higgins | 1975 | 51 Jahre | Schottland | 1992 | 4 | Vierfacher Weltmeister | Vielseitig, taktisch stark | Herausragendes Allround-Spiel |
| Mark Selby | 1983 | 43 Jahre | England | 1999 | 4 | Vierfacher Weltmeister | Taktisch, ausdauernd | Mentale Stärke und Safety-Spiel |
| Mark Williams | 1975 | 51 Jahre | Wales | 1992 | 3 | Dreifacher Weltmeister | Locker, präzise | Herausragende lange Pots |
| Judd Trump | 1989 | 37 Jahre | England | 2005 | 1 | Weltmeister 2019 | Sehr offensiv | Spektakuläre Pots und Break-Building |
| Neil Robertson | 1982 | 44 Jahre | Australien | 1998 | 1 | Weltmeister 2010 | Technisch, offensiv | Einer der erfolgreichsten Australier |
| Alex Higgins | 1949 | 1949–2010 | Nordirland | 1971 | 2 | Weltmeister 1972 und 1982 | Schnell, riskant | „Hurricane“, Entertainer und Publikumsliebling |
1. Ronnie O’Sullivan
Wenn über die größten Snookerspieler gesprochen wird, fällt der Name Ronnie O’Sullivan beinahe zwangsläufig zuerst. Der Engländer verbindet Geschwindigkeit, Kreativität, Präzision und außergewöhnliches Break-Building auf eine Weise, die selbst unter Weltklassespielern selten zu sehen ist.
O’Sullivan wurde 1975 geboren und wurde bereits als Jugendlicher als außergewöhnliches Talent angesehen. Mit nur 17 Jahren gewann er 1993 die UK Championship und stellte damit früh unter Beweis, dass er auf der größten Bühne mit erfahrenen Profis mithalten konnte.
Seinen ersten Weltmeistertitel holte er 2001. Weitere Siege folgten 2004, 2008, 2012, 2013, 2020 und 2022. Damit erreichte er in der modernen Crucible-Ära die Marke von sieben Weltmeisterschaften und zog bei der Zahl der WM-Titel mit Stephen Hendry gleich.
Berühmt ist O’Sullivan auch für sein außergewöhnlich schnelles Spiel. Sein Maximum Break von 147 Punkten bei der Weltmeisterschaft 1997 gilt bis heute als eines der legendärsten Ereignisse der Snooker-Geschichte. Er benötigte dafür nur wenige Minuten und zeigte dabei eine Kombination aus Instinkt, Tempo und Präzision, die kaum ein anderer Spieler erreichen konnte.
Bemerkenswert ist außerdem seine Langlebigkeit. Während viele Spitzenspieler nur für einige Jahre dominieren, gewann O’Sullivan große Turniere über mehrere Jahrzehnte hinweg. Seine Mischung aus natürlichem Talent, Break-Building und taktischer Erfahrung macht ihn für viele Fans zum besten Snookerspieler aller Zeiten.
2. Stephen Hendry
Bevor Ronnie O’Sullivan zahlreiche Rekorde angriff, galt Stephen Hendry für viele als unangefochtener Maßstab des modernen Snookers. Besonders während der 1990er-Jahre entwickelte sich der Schotte zu einer beinahe übermächtigen Figur.
Hendry wurde 1969 geboren und begann seine Profikarriere bereits als Teenager. Seine offensive Herangehensweise unterschied sich deutlich von vielen Spielern früherer Generationen. Statt ausschließlich auf Sicherheit zu setzen, versuchte er nach einer guten Einstiegschance häufig, das gesamte Frame mit einem großen Break zu entscheiden.
Seinen ersten Weltmeistertitel gewann Hendry 1990. Bis 1999 kamen insgesamt sieben WM-Titel zusammen. Besonders beeindruckend war seine Serie von fünf Weltmeisterschaften in Folge zwischen 1992 und 1996.
Hendry gewann außerdem zahlreiche UK Championships, Masters-Titel und andere große Turniere. Über Jahre hinweg war er die Nummer eins der Welt und wurde zum Spieler, den praktisch jeder Konkurrent schlagen wollte.
Sein Einfluss geht über seine Titel hinaus. Er zeigte einer ganzen Generation, wie effektiv offensives Break-Building sein konnte. Stephen Hendry machte aggressives, kompromissloses Snooker zu einem Erfolgsmodell und veränderte damit die Entwicklung des Sports nachhaltig.
3. Steve Davis
Die 1980er-Jahre gehören in der Geschichte des Snookers untrennbar zu Steve Davis. Der Engländer dominierte seine Zeit mit einer Kombination aus taktischer Intelligenz, hervorragender Technik und beeindruckender Nervenstärke.
Davis gewann seine erste Weltmeisterschaft 1981. Weitere Titel folgten 1983, 1984, 1987, 1988 und 1989. Insgesamt wurde er damit sechsmal Weltmeister.
Seine Erfolge beschränkten sich jedoch keineswegs auf das Crucible Theatre. Auch bei der UK Championship und beim Masters gehörte Davis regelmäßig zu den stärksten Spielern. Über weite Strecken der 1980er-Jahre war er der Maßstab im professionellen Snooker.
Besonders wichtig war Davis außerdem für die wachsende Popularität des Sports. Snooker erreichte damals im britischen Fernsehen ein riesiges Publikum, und Davis stand bei vielen der bekanntesten Begegnungen im Mittelpunkt.
Sein verlorenes WM-Finale 1985 gegen Dennis Taylor gehört beispielsweise bis heute zu den berühmtesten Spielen der Snooker-Geschichte.
Steve Davis steht für Präzision, Professionalität und Konstanz. Seine sechs Weltmeistertitel und seine lange Dominanz sichern ihm einen festen Platz unter den größten Spielern aller Zeiten.
4. Ray Reardon
Ray Reardon gehörte zu den wichtigsten Spielern der Zeit, bevor Snooker seine enorme Fernsehpopularität der 1980er-Jahre erreichte. Der Waliser war besonders während der 1970er-Jahre eine dominante Persönlichkeit.
Reardon wurde 1932 geboren und gewann insgesamt sechs Weltmeisterschaften. Seine WM-Titel holte er 1970, 1973, 1974, 1975, 1976 und 1978.
Seine taktische Stärke machte ihn zu einem ausgesprochen schwierigen Gegner. Reardon konnte Frames geduldig aufbauen, Situationen hervorragend lesen und seine Gegner mit Sicherheitsspiel unter Druck setzen.
Besonders bemerkenswert war seine lange Wettbewerbsfähigkeit. Seinen sechsten Weltmeistertitel holte er im Alter von 45 Jahren. Damit bewies er, dass taktische Erfahrung und mentale Stärke im Snooker oft genauso entscheidend sein können wie reine Technik.
Auch spätere Spieler sprachen mit großem Respekt über Reardons Verständnis des Spiels. Ohne Ray Reardon wäre die Geschichte des modernen Snookers kaum vollständig zu erzählen.
5. John Higgins
Bei John Higgins trifft außergewöhnliches Break-Building auf taktische Intelligenz. Der Schotte gehört seit den 1990er-Jahren zu den wichtigsten Figuren des Sports und ist für seine Fähigkeit bekannt, schwierige Situationen am Tisch scheinbar mühelos zu lösen.
Higgins wurde 1975 geboren und stieg 1992 in den Profisport ein. Schon wenige Jahre später gehörte er zur Weltspitze.
Seine erste Weltmeisterschaft gewann er 1998. Danach folgten weitere WM-Titel in den Jahren 2007, 2009 und 2011. Mit vier Weltmeisterschaften gehört Higgins damit zu einem exklusiven Kreis besonders erfolgreicher Crucible-Spieler.
Seine Stärke liegt nicht ausschließlich im Potten. Higgins besitzt ein hervorragendes taktisches Verständnis und kann sich an praktisch jede Spielsituation anpassen. Er kann offensiv große Breaks erzielen, gleichzeitig aber auch lange Safety-Duelle kontrollieren.
Hinzu kommt seine außergewöhnliche Langlebigkeit. Selbst Jahrzehnte nach seinem Profidebüt war Higgins bei großen Turnieren noch konkurrenzfähig.
John Higgins gilt als einer der vollständigsten Allround-Spieler, die Snooker hervorgebracht hat. Gerade diese Vielseitigkeit macht seinen Platz in einer historischen Top 10 besonders überzeugend.
6. Mark Selby
Es gibt wenige Spieler, die einen Gegner mental so stark unter Druck setzen können wie Mark Selby. Der Engländer ist für seine enorme Geduld, sein taktisches Verständnis und seine Fähigkeit bekannt, scheinbar verlorene Frames noch zu drehen.
Selby wurde 1983 geboren und entwickelte sich nach seinem Einstieg in den Profisport Schritt für Schritt zum Weltklassespieler.
Seinen ersten Weltmeistertitel gewann er 2014, als er Ronnie O’Sullivan im Finale besiegte. Weitere Weltmeisterschaften folgten 2016, 2017 und 2021. Damit kommt Selby auf vier WM-Titel.
Besonders beeindruckend ist seine mentale Stärke. Selby fühlt sich auch in langen, komplizierten Frames wohl. Wo andere Spieler ungeduldig werden, bleibt er häufig ruhig und wartet auf seine Chance.
Dabei wäre es falsch, ihn lediglich als defensiven Spieler zu bezeichnen. Selby ist ebenfalls ein ausgezeichneter Break-Builder und hat zahlreiche große Serien gespielt. Im WM-Finale 2023 gelang ihm sogar ein Maximum Break von 147 Punkten.
Selbys Kombination aus Kampfgeist, taktischer Qualität und technischer Stärke macht ihn zu einem der schwierigsten Gegner seiner Generation.
7. Mark Williams
Mit seinem scheinbar entspannten Auftreten wirkt Mark Williams gelegentlich so, als würde ihn kaum etwas am Tisch aus der Ruhe bringen. Hinter dieser Gelassenheit steckt jedoch einer der talentiertesten Potting-Spieler der modernen Snooker-Geschichte.
Der Waliser wurde 1975 geboren und gehört gemeinsam mit Ronnie O’Sullivan und John Higgins zu der berühmten Generation, die 1992 den Schritt in den Profisport machte.
Williams gewann seine erste Weltmeisterschaft im Jahr 2000. Drei Jahre später wurde er erneut Champion. Besonders bemerkenswert war jedoch sein dritter WM-Titel 2018.
Zwischen seinem zweiten und dritten Triumph lagen 15 Jahre. Sein Comeback an die Spitze zeigte eindrucksvoll, wie lange absolute Weltklasse im Snooker erhalten bleiben kann.
Williams ist vor allem für schwierige lange Bälle bekannt. In Situationen, in denen viele Profis einen Safety-Stoß wählen würden, sieht er oft noch eine offensive Möglichkeit.
Auch im fortgeschrittenen Profialter konnte er bei bedeutenden Turnieren weiterhin große Erfolge feiern. Seine drei Weltmeisterschaften, seine Langlebigkeit und seine außergewöhnliche Potting-Fähigkeit machen Mark Williams zu einer echten Snooker-Legende.
8. Judd Trump
Judd Trump steht wie kaum ein anderer Spieler für die offensive Entwicklung des modernen Snookers. Seine spektakulären Pots, sein enormes Break-Building und seine Kreativität machten ihn bereits früh zu einem Publikumsliebling.
Trump wurde 1989 geboren und galt schon in jungen Jahren als eines der größten Talente des Sports. Sein endgültiger Durchbruch auf höchstem Niveau erfolgte zu Beginn der 2010er-Jahre.
2011 erreichte er erstmals das Finale der Weltmeisterschaft, musste sich dort jedoch John Higgins geschlagen geben. Acht Jahre später gelang ihm der große Triumph: 2019 wurde Judd Trump Weltmeister, nachdem er John Higgins im Finale in beeindruckender Weise besiegt hatte.
Trump entwickelte sein Spiel im Laufe seiner Karriere deutlich weiter. Anfangs wurde er hauptsächlich für spektakuläres Angriffsspiel gefeiert. Später verbesserte er vor allem seine Safety-Qualitäten und seine taktische Geduld.
Diese Entwicklung machte ihn zu einem wesentlich vollständigeren Spieler. Zahlreiche Ranglistentitel und lange Phasen an der Spitze der Weltrangliste unterstreichen seine Konstanz.
Judd Trump zeigt, wie modernes Snooker aussieht: offensiv, kreativ, technisch anspruchsvoll und gleichzeitig taktisch immer reifer.
9. Neil Robertson
Der Australier Neil Robertson nimmt innerhalb der Snooker-Geschichte eine besondere Stellung ein. Während Großbritannien den professionellen Sport über Jahrzehnte dominierte, bewies Robertson, dass ein Spieler aus Australien dauerhaft zur absoluten Weltspitze gehören kann.
Robertson wurde 1982 in Melbourne geboren. Seine internationale Karriere erforderte große Entschlossenheit, da er für seine sportliche Entwicklung den Schritt nach Großbritannien machen musste.
Der größte Erfolg seiner Karriere gelang ihm 2010. Robertson gewann die Weltmeisterschaft und wurde damit zum ersten australischen Weltmeister der modernen Crucible-Ära.
Auch bei der UK Championship und beim Masters konnte er große Siege feiern. Besonders berühmt ist Robertson für sein Break-Building. Wenn er seinen Rhythmus findet, kann er mehrere Frames hintereinander mit hohen Breaks kontrollieren.
Seine technische Qualität und sein äußerst sauberes Stoßspiel machten ihn über viele Jahre zu einem der gefährlichsten Gegner auf der Tour.
Neil Robertson hat nicht nur zahlreiche bedeutende Turniere gewonnen, sondern Snooker auch internationaler gemacht. Für den Sport außerhalb Großbritanniens besitzt seine Karriere deshalb zusätzliche Bedeutung.
10. Alex Higgins
Kaum ein Spieler hat das Publikum so stark polarisiert und gleichzeitig begeistert wie Alex Higgins. Der Nordire wurde wegen seiner schnellen und unkonventionellen Spielweise als „Hurricane“ bekannt.
Higgins gewann seine erste Weltmeisterschaft bereits 1972. Zehn Jahre später folgte 1982 sein zweiter WM-Titel.
Sein Spiel war nicht immer so kontrolliert wie das späterer Weltmeister. Genau das machte ihn für viele Zuschauer jedoch besonders spannend. Higgins spielte instinktiv, riskant und emotional. Man hatte oft das Gefühl, dass jederzeit etwas Außergewöhnliches passieren konnte.
Sein Einfluss auf die Popularität des Sports sollte nicht unterschätzt werden. Zu einer Zeit, als Snooker im Fernsehen immer wichtiger wurde, war Higgins eine Persönlichkeit, die auch Menschen anzog, die zuvor kaum Interesse an dem Spiel hatten.
Besonders sein Weltmeisterschaftssieg 1982 gehört zu den emotionalsten Kapiteln der Snooker-Geschichte.
Alex Higgins war nicht nur zweimaliger Weltmeister. Er war ein Entertainer, ein außergewöhnliches Talent und eine der Figuren, die Snooker zu einem großen Fernsehsport machten.
Der Vergleich
Die 10 besten Snookerspieler aller Zeiten direkt miteinander zu vergleichen, ist schwierig. Die Bedingungen haben sich über Jahrzehnte stark verändert. Turnierkalender wurden größer, Preisgelder stiegen, Trainingsmethoden verbesserten sich und auch die technische Qualität der gesamten Profitour nahm zu.
Ray Reardon spielte beispielsweise unter völlig anderen Bedingungen als Judd Trump. Stephen Hendry wiederum dominierte eine Zeit, in der das offensive Break-Building immer wichtiger wurde. Ronnie O’Sullivan trat anschließend gegen eine Generation an, in der technisch starke Spieler in größerer Zahl vertreten waren.
Allein die Zahl der Weltmeisterschaften liefert deshalb kein vollständiges Bild. Titel sind entscheidend, aber auch die Dauer der Karriere, die Stärke der Gegner, die Konstanz und der Einfluss auf die Entwicklung des Spiels müssen berücksichtigt werden.
Dennoch stechen einige Zahlen hervor. Ronnie O’Sullivan und Stephen Hendry gewannen jeweils sieben Weltmeisterschaften, während Steve Davis und Ray Reardon jeweils sechs Titel holten. Diese Leistungen zeigen, wie außergewöhnlich dominant diese Spieler in ihren jeweiligen Epochen waren.
Spielstile
Die großen Namen dieser Liste beweisen außerdem, dass es keinen einzigen Weg zum Erfolg im Snooker gibt.
Stephen Hendry machte kompromissloses Break-Building zu seiner wichtigsten Waffe. Ronnie O’Sullivan kombiniert schnelles Denken mit außergewöhnlicher Technik. John Higgins und Mark Selby sind Meister darin, taktisch schwierige Situationen zu kontrollieren.
Mark Williams verfügt über ein nahezu einzigartiges Gefühl für lange Pots. Judd Trump brachte spektakuläre Angriffsschläge auf ein neues Niveau, während Steve Davis mit Präzision und Disziplin eine gesamte Epoche beherrschte.
Gerade diese Unterschiede machen historische Vergleiche interessant. Der beste Spieler muss nicht zwangsläufig der schnellste, offensivste oder taktischste sein. Entscheidend ist, verschiedene Fähigkeiten unter maximalem Druck miteinander verbinden zu können.
Mentale Stärke
Snooker ist mindestens genauso sehr ein mentaler wie ein technischer Sport. Ein einziges Match bei der Weltmeisterschaft kann über viele Stunden oder sogar mehrere Sessions gehen.
Spieler müssen Fehler schnell vergessen können. Ein verschossener einfacher Ball darf nicht dazu führen, dass die Konzentration im nächsten Frame verloren geht.
Gerade Weltmeister wie Selby, Higgins, Davis und Hendry waren dafür bekannt, in entscheidenden Situationen besonders schwer zu schlagen zu sein. Selbst wenn ein Gegner gut spielte, musste er häufig über die gesamte Distanz konzentriert bleiben.
Auch Ronnie O’Sullivans Erfolge über mehrere Jahrzehnte zeigen, wie wichtig Erfahrung ist. Technik allein garantiert keine großen Titel. Die Fähigkeit, unter Druck die richtige Entscheidung zu treffen, unterscheidet sehr gute Spieler von echten Legenden.
Ihr Einfluss
Die größten Snookerspieler haben nicht nur Turniere gewonnen. Viele von ihnen veränderten den Sport selbst.
Steve Davis wurde zu einem der Gesichter des Snooker-Booms der 1980er-Jahre. Alex Higgins brachte Emotionalität und Unterhaltung. Stephen Hendry veränderte die taktische Vorstellung davon, wie aggressiv ein Frame gespielt werden konnte.
Ronnie O’Sullivan führte diese Entwicklung weiter und machte schnelles, flüssiges Break-Building weltweit populär. Spieler wie Judd Trump zeigen heute, wie weit sich diese offensive Philosophie entwickeln lässt.
Auch Ray Reardon, John Higgins, Mark Williams, Mark Selby und Neil Robertson hinterließen auf unterschiedliche Weise ihre Spuren.
Der wahre Wert einer Snooker-Legende liegt deshalb nicht nur in ihrer Pokalsammlung, sondern auch darin, was spätere Generationen von ihr übernommen haben.
Häufige Fragen
Wer gilt als bester Snookerspieler aller Zeiten?
Ronnie O’Sullivan wird besonders häufig als bester Spieler der Geschichte bezeichnet. Seine Weltmeistertitel, seine Langlebigkeit, sein Break-Building und zahlreiche Rekorde sprechen für ihn. Stephen Hendry wird ebenfalls regelmäßig in dieser Diskussion genannt.
Wer gewann sieben Snooker-Weltmeisterschaften?
Stephen Hendry und Ronnie O’Sullivan erreichten jeweils sieben Weltmeistertitel. Hendry dominierte vor allem die 1990er-Jahre, während O’Sullivan seine Titel über einen wesentlich längeren Zeitraum gewann.
Wer dominierte Snooker in den 1980er-Jahren?
Steve Davis war die prägende Figur der 1980er-Jahre. Er gewann in diesem Jahrzehnt sechs Weltmeisterschaften und gehörte auch bei anderen großen Turnieren regelmäßig zu den erfolgreichsten Spielern.
Warum gehört Alex Higgins zu den größten Spielern?
Alex Higgins gewann zweimal die Weltmeisterschaft und war vor allem für seinen spektakulären, emotionalen Spielstil bekannt. Sein Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung und Popularität von Snooker war enorm.
Wer gehört zu den besten modernen Snookerspielern?
Ronnie O’Sullivan, John Higgins, Mark Williams, Mark Selby, Judd Trump und Neil Robertson gehören zu den herausragenden Spielern der modernen Ära. Jeder von ihnen hat den Sport auf seine eigene Weise geprägt.
Fazit
Die Frage nach den 10 besten Snookerspielern aller Zeiten wird wahrscheinlich niemals endgültig beantwortet werden. Jede Generation hat ihre eigenen Legenden hervorgebracht, und direkte Vergleiche zwischen verschiedenen Epochen bleiben schwierig.
Ronnie O’Sullivan besitzt eine außergewöhnliche Kombination aus Titeln, Rekorden, natürlichem Talent und Langlebigkeit. Stephen Hendry dominierte die 1990er-Jahre auf eine Weise, die den Sport nachhaltig veränderte. Steve Davis und Ray Reardon beherrschten ihre jeweiligen Generationen, während John Higgins, Mark Selby und Mark Williams ihre Klasse über viele Jahre hinweg unter Beweis stellten.
Judd Trump und Neil Robertson stehen für die Entwicklung des modernen Spiels, während Alex Higgins vor allem durch Persönlichkeit, Mut und seinen Einfluss auf die Popularität des Sports unvergessen bleibt.
Wer am Ende wirklich als größter Snookerspieler aller Zeiten bezeichnet werden sollte, hängt davon ab, welche Kriterien man am stärksten gewichtet. Geht es um Talent, Titel, Rekorde, Langlebigkeit und Einfluss zusammen, führt an Ronnie O’Sullivan kaum eine Diskussion vorbei. Stephen Hendry bleibt jedoch einer seiner stärksten Konkurrenten um diesen historischen Ehrenplatz.

